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Audiotherapie

Das generelle Ziel der Audiotherapie besteht darin, den betroffenen hörbeeinträchtigten Menschen eine Rehabilitationsbasis sowie eine darauf aufbauende optimale Kommunikationskompetenz zu vermitteln. Eine Audiotherapie beginnt nicht nach der Hörsystemanpassung, sondern ist vielmehr integrativer Bestandteil der Rehabilitation selbst. Audiotherapeutische Maßnahmen sind anzuraten, wenn neben der Schwerhörigkeit bei dem Betroffenen Kommunikationsdefizite, nicht kompensierte psychosoziale Probleme, wie zum Beispiel Arbeitsplatzsorgen, familiäre und/oder weitere soziale Probleme auftreten. Je nach Situation des Betroffenen, die insbesondere durch den Grad und den Verlauf der Schwerhörigkeit bestimmt ist, werden Wege und Möglichkeiten geboten, das eigene Leben annehmen zu können. Somit geht die Audiotherapie besonders für hochgradig schwerhörende Menschen über die Betreuung durch ein Hörtraining hinaus. Der Betroffene soll „an dem Punkt abgeholt werden“, an dem er sich auf Grund seiner Kommunikationsbeeinträchtigung befindet.

Dabei werden Methoden und Möglichkeiten aus den Bereichen der Medizin, Audiologie, Soziologie, Pädagogik, Hörakustik und Selbsthilfe zu einem ganzheitlichen Konzept zusammengeführt und vernetzt. Ausgehend von der Aufgabenstellung erfordert die Audiotherapie eine interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Fachbereichen wie HNO, Hörakustik, Psychologie, Logopädie und Rehabilitationsklinken. Sie trägt darüber hinaus zu einer besseren gesellschaftlichen Akzeptanz einer Schwerhörigkeit bei und erhöht und stabilisiert die Zufriedenheit des Betroffenen.

Eine Audiotherapie ist insbesondere dann angezeigt, wenn bei dem Betroffenen in den folgenden Bereiche Defizite oder Probleme vorliegen:

  • Kommunikationsschwierigkeiten (mit/ohne Hörsystem) allgemein
  • nicht kompensierte psychosoziale Probleme
  • Arbeitsplatzprobleme
  • Familiäre und soziale Problemfelder
  • Ertaubung
  • akuter Hörsturz
  • sensorische Deprivation
  • rechtliche Probleme

Die audiotherapeutische Hilfestellung kann in verschiedenen Beratungsebenen erfolgen:

  • Einzeltherapie
  • Gruppentherapie
  • Familien- bzw. Sozialtherapie

Seminarinhalte:
Psychische Folgen der Schwerhörigkeit - Psycho-Pathologie

  • Was schwerhörig sein bedeutet
  • Psychische Belastungs- und Anpassungsstörungen bei Schwerhörigen und Tinnitusbetroffenen
  • Psychodiagnostische und Beratungskompetenzen für Audiotherapeutinnen/Audiotherapeuten
  • Das Prinzip der kompensatorischen Psychotherapie bei Hörgeschädigten
  • Schwerhörigkeit und Alter
  • Abgrenzungen: Audiotherapie – Psychotherapie – Psychiatrie

Gerontologie
Die Gerontologie als Wissenschaft vom Altern/Alter befasst sich mit sämtlichen alternsrelevanten Fragen (körperlich, psychisch, sozial, historisch, kulturell). Hauptziel der Gerontologie ist es, Alterungsprozesse zu optimieren. Das Ziel der Fortbildungen in Gerontologie ist es, Grundwissen der Gerontologie so an die altenpolitisch relevanten Berufsgruppen zu vermitteln, dass sie zu einem befähigten Umgang mit älteren Menschen geschult und befähigt sind, sich bewusst und ohne Frustration und Aggression älteren Menschen zuzuwenden.

Behindertenkonzept – Ressourcenarbeit – Trauerarbeit
Die Seminarteilnehmer werden befähigt, anhand der geleisteten Trauerarbeit ihres hörgeschädigten Kunden zu erkennen, in welcher Form und in welchem Umfang eine technische Versorgung sinnvoll ist. Zu dem Erkennen der Trauerstufen wird zum einen das Trauermodell vermittelt, zum anderem wird der besondere psychische Hintergrund der Behinderung Hörschädigung dargestellt. Dieses wird in Rollenspielen in Form von klientenzentrierter Gesprächsführung eingeübt. Neben der Optimierung der Beratungskompetenz werden Wege und Möglichkeiten der interdisziplinären Zusammenarbeit mit Trägern von Rehabilitationsmaßnahmen, Sozialarbeitern, Integrationsämtern, Psychologen etc. aufgezeigt und eingeübt.

Kommunikationspsychologie – klientenzentrierte Gesprächsführung
Hörgeschädigtenpädagogik –soziologische Aspekte

Den Seminarteilnehmer wird der Facettenreichtum des Phänomens „hörbehinderter Mensch“ erläutert, dieser wird im Mittelpunkt der verschiedenen Themenbereiche stehen. Ausgehend von pädagogischen Strömungen und methodischen Ausrichtungen wird die Frage der Identität von Betroffenen erörtert und die Entwicklung in verschiedenen Persönlichkeitsbereichen aufgezeigt. Daneben soll ein Einblick gewonnen werden in phonetische und phonologische Aspekte sowie die Problematik der Wahrnehmung von Absehgestalten. Abschließend werden theoretische Grundlagen verschiedener manueller Kommunikationssysteme dargelegt und mit praktischen Beispielen untermalt.

Sprachentwicklung –linguistische Grundlagen –Absehtraining – NonverbaleKommunikation – manuelle Kommunikationsmittler - Gebärden
Zentrale Hörverarbeitung – Begutachtung – Plastizität des ZNS – Neurotologie

Wir hören nicht mit den Ohren, sondern mit dem Gehirn. Die zentrale Hörverarbeitung und ihre neurobiologischen Hintergründe sowie die Plastizität des Gehirns werden Thema des Seminars sein. Darüber hinaus werden Grundlagen zur Diagnostik und Begutachtung vermittelt. Neurotologische Symptome treten bei einer Vielzahl von Erkrankungen auf und sind häufig schwer zu interpretieren. Krankheitsbilder und ihre Therapiemöglichkeiten werden vorgestellt, es wird auf rehabilitative Maßnahmen eingegangen. Auch psychosomatische Aspekte werden besprochen.

Kommunikationstraining – Hörtaktik – Hörtraining
Die Seminarteilnehmer setzen sich mit der Definition Hörtraining sowie theoretischem Hintergrundwissen zum Thema Hören und Hörentwöhnung auseinander. Anschließend werden die Rahmenbedingungen, die zur Durchführung eines Hörtrainings erforderlich sind, besprochen. Im Weiteren erlernen die Teilnehmer sehr ausführlich die praktische Durchführung von Hörübungen, welche während der Hörsystemanpassung durchgeführt werden. Dabei nimmt die pädagogische Aufklärung über die Hörphysiologie und die Hörverarbeitung einen wichtigen Stellenwert ein. Die Hörübungen beinhalten folgende Themenbereiche: Aufklärung Hörphysiologie und -pathologie, Motivation, Umgang mit Alltagsgeräuschen, Hörmemory, Richtungshören, Spracherkennung und das selektive Hören.

Rechtliche Grundlagen
Das Seminar vermittelt einen Überblick über das Sozialrecht und befasst sich vertiefend mit den Regelungen des Sozialgesetzbuches IX Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen. Es werden mögliche Leistungsarten und Leistungsträger dargestellt und die besonderen Regelungen und Rechte für schwerbehinderte Menschen im Arbeitsverhältnis besprochen. Zudem wird ein kurzer Überblick über das arbeits- und sozialrechtliche Verfahren einschließlich der Kosten gegeben.

Technisches Zubehör
Vermittelt wird die Klassifikation des technischen Zubehörs, diese ergibt sich aus dem unmittelbar zum Hörsystem gehörenden Zubehör und dem nicht unmittelbar zum Hörsystem gehörenden Zubehör wie auch aus den verschiedenen Weiterleitungsmöglichkeiten von Schall allgemein. Es soll die Seminarteilnehmer in die Lage versetzen, je nach Bedarf eine sinnvolle Auswahl an zusätzlicher Technik für den Betroffenen treffen zu können.

Umsetzung der Integrationsarbeit – Audiotherapie
„Praktische Audiotherapie“! Integration audiotherapeutischer Maßnahmen in den Alltag der Hörgeräteakustik. Gemeinsam mit Ihnen möchte ich erarbeiten, welche audiotherapeutischen Maßnahmen zu welchem Zweck wie eingesetzt werden können.

Abschlussgespräche
Sind die Seminarteilnehmer in der Lage, aufgrund der Teilnahme eine eigenverantwortliche ganzheitliche Integrationsarbeit zu leisten? Das heißt zum Beispiel, dass der individuelle Kommunikationsstatus mit Hilfe von Fallbeispielen erkannt werden kann und/oder Lösungsansätze für den Betroffenen formuliert werden können.

 

Aktuelle Termine erfahren Sie bei der EUHA unter der Telefonnummer: 06131-28300.